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Grand Banks – Austern mit Ausblick

Frische Austern gehören in New York einfach dazu, werden sie hier doch gezüchtet. Die Austern bei sanftem Wellengang auf einem alten Schoner und mit Blick auf das One World Trade Center zu schlürfen, macht die Sache aber zum Erlebnis. Und weil es die Grand Banks Oyster Bar erst seit 2014 gibt, ist sie ein echter Geheimtipp – noch.

Auster rechts, Weinglas links in der Hand. Dazu eine sanfte Brise vom Hudson River, die übers Deck weht. In der Grand Banks Oyster Bar auf dem 1942 getauften Schoner „Sherman Zwicker“ kann man so auch die schwülsten Sommertage hervorragend ausklingen lassen. Und genau solch einen Tag haben wir bei unserem Besuch im Sommer erwischt. Es ist der 90. Tag in Folge, an dem das Thermometer in New York über die magische 80 Grad-Marke geklettert ist – Fahrenheit wohlgemerkt (knapp 27 Grad Celsius). Überall in der Stadt und vor allem in den Straßen und Metro-Schächten Manhattans herrscht quälende Hitze. Unser Abend am luftigen Hudson ist also genau das richtige, um sich davon zu erholen. Und während wir unsere nun so angenehme Lage mit Wein, Cocktails und einem New Yorker Bier aus der Brooklyn Brewery genießen und uns an den  gebackenen Austern satt essen, können wir uns am Blick auf die beeindruckenden Hochhäuser Lower Manhattans nicht satt sehen.

Grand Banks
Grand Banks – Austern mit Ausblick genießen (Foto: Liz Clayman)

Grand Banks – Nachhaltige Meeresküche auf dem Schoner

Auf dem an Pier 25 im Hudson River Park gelegenen Schiff angekommen, nimmt man entweder am runden Tresen in der Mitte des Schiffs oder an einem der auf Deck verteilten Tische Platz. Executive Chef Kerry Heffernan bereitet seinen Gästen neben den Austern, die meisten sind Atlantikaustern aus der Region, viele weitere Meeresprodukte in seiner kleinen Küche unter Deck zu. Der nachhaltig gefangene Fisch und Hummer wird mit regionalem Gemüse und Salaten der Saison serviert und ist, wie die Aussicht, ein echter Augenschmaus.

Baked oysters with shallot marmalade, slab bacon, lemon and parsley
Baked oysters with shallot marmalade, slab bacon, lemon and parsley (Foto: Doug Lyle Thompson)

Und nachdem die Begriffe regional, saisonal und nachhaltig hier bereits gefallen sind, möchten wir noch kurz den Hintergrund dieser verantwortungsvollen Grundeinstellung erläutern. Das Schiff gehört zu einer Partnerschaft zwischen der Maritime Foundation und der Sommer Ops Hotelgruppe und erwirtschaftete seit seiner Eröffnung in New York im Jahr 2014 bereits über 100.000 US-Dollar, die dem Meeresschutz und dem Erhalt sauberer Flüsse zu Gute kommen. Zu Informationszwecken können unter Deck auch Ausstellungen besucht werden, die die Hintergründe der Stiftung näher beleuchten.

Mit diesem Wissen, dass es sich um eine Non-Profit-Organisation handelt, bezahlt man die Preise, die sich insgesamt im mittleren Segment bewegen, vielleicht lieber. Für eine Auster aus der Region zahlt man hier drei US-Dollar, für alle anderen vier. Die Preisspanne der Vorspeisen reicht von 13 US-Dollar für Krebs-Scheren bis hin zu 27 US-Dollar für die frittierten Soft Shell Crabs – mit Beilagen, und ohne Tax versteht sich. Auch die Biere und Weine sind ein wenig teurer als in einer herkömmlichen Bar, aber genau dort befindet man sich hier ja auch nicht.

Atlantikaustern von den Küsten New Yorks (Foto: Doug Lyle Thompson)
Atlantikaustern von den Küsten New Yorks (Foto: Doug Lyle Thompson)

Weil man in der Grand Banks Oyster Bar Open Air speist und trinkt, hat das Schiff hier in New York nur im Sommer geöffnet – üblicherweise vom 15. April bis zum 15. Oktober – und sofern das Wetter mitspielt. Im Winter begibt sich das Schiff auf große Fahrt und schippert zum Teil auf den Kursen seiner Vergangenheit. Früher kreuzte das heute größte Holzschiff im Hafen New Yorks noch zwischen dem Nordatlantik und Südamerika und transportierte Kabeljau und auch Salz zwischen den dortigen Häfen. Heute geht es im Winter immerhin noch bis Miami und in die Karibik.

Sherman Zwicker - alter Schoner mit Bar
Sherman Zwicker – alter Schoner mit Bar (Foto: Alan Silverman)

Lockere Atmosphäre auf dem Schiff

Und wer denkt, dass es hier aufgrund der Austern und der sonstigen Meeresfrüchte eher steif und wie in einem Gourmet-Restaurant zugeht, ist schief gewickelt. Auf dem Schoner herrscht eine lockere Atmosphäre. Einen Dresscode gibt es nicht und wir entdeckten sogar ein Paar auf dem Achterdeck, dass sich seine eigene Pizza mitgebracht hat. Die Grand Banks Oyster Bar ist momentan also noch ein echter Geheimtipp mit Wohlfühlfaktor, bei dem der Genuss im Mittelpunkt steht. Und die Abkühlung an einem heißen Sommertag.

Hier findet ihr die Grand Banks Austern Bar

www.grandbanks.org