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Persisches Essen in New York? Natürlich im Pizza Paradise!

Persisches Essen in einem Pizzaladen? Hört sich alles andere als einladend und geradezu verrückt an, aber in New York ist ja bekanntlich alles anders. Und so findet man genau hier das „Taste of Persia NYC“. Dessen Kassenschlager: Ash-e-Rasteh, Saeed Pourkays berühmte persische Nudelsuppe, die von ihm täglich mit frischer Liebe zubereitet wird.

Versteckt im Pizza Paradise – Das Taste of Persia NYC

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Persisches Essen im Pizza Paradise

Um das Taste of Persia NYC zu finden, muss man schon ganz genau wissen, wonach man eigentlich sucht. „Pizza Paradise” steht über dem Eingang. Es ist einer dieser zahllosen und austauschbaren New Yorker Pizzaläden, die man an jeder Ecke findet und die man eigentlich nur dann aufsucht, wenn das Loch im Magen riesengroß geworden ist und schnelle Linderung her muss. Und so deutet von Außen aber auch wirklich gar nichts darauf hin, dass sich hier eines der kleineren kulinarischen Highlights New Yorks befindet. Und doch ist dem so, denn das Taste of Persia NYC hat sich in einer kleinen Ecke des Pizza Paradise eingenistet und teilt mit diesem auch die wenigen Tische und Stühle. Das wirkt nicht gerade einladend, aber darum geht es hier auch gar nicht. Hier geht es ums Essen und zwar um die fantastischen persischen Eintöpfe, die Saeed Pourkay jeden Tag aufs Neue zaubert. Zumeist gibt es fünf verschiedene pro Tag, täglich wechselnd, wobei sich seine Klassiker wie das Ash-e-Rasteh eigentlich immer auf der Speisekarte finden. Doch auch mit den anderen Gerichten macht man nichts verkehrt, denn schmecken tut alles vorzüglich, was Mr. Pourkay in seinem Hole-in-the-Wall so anbietet.

Glücklich durch Ash-e-Rasteh

Das Taste of Persia NYC gibt es erst seit 2013, aber Saeed Pourkay lebt schon so lange hier, dass er als waschechter New Yorker durchgeht. 1978, noch vor der iranischen Revolution, kam er zusammen mit seinen Brüdern aus Teheran nach New York, um hier eine Druckerei zu gründen, das war schließlich das Familienbusiness.  Diese betrieb er dann auch viele Jahre und zwar direkt gegenüber, wo sich heute das Taste of Persia NYC befindet. Richtig glücklich wurde er dabei aber nicht, irgendetwas fehlte ihm, irgendetwas, das ihn wirklich erfüllt hätte. Etwas, so Mr. Purkay, worin er und nur er richtig gut ist. Und dann erinnerte sich an Ash-e-Rasteh, die geliebte Nudelsuppe seiner Kindheitstage, die er damals auf den Straßen Teherans gekauft hatte. Eine Suppe, die ihn immer glücklich gemacht hatte. Eine Suppe, die es verdient, auch in New York bekannt zu werden. Gesagt, getan, und so begann er, Ash-e-Rasteh 2012 auf dem Weihnachtsmarkt am Union Square zu verkaufen. Der Erfolg und Ansturm der Kunden war so überwältigend, dass Saeed Pourkay nicht nur sein Glück fand, sondern sich entschloss, das Taste of Persia NYC zu eröffnen. Und dieses boomt bis heute, denn alle verlangen nach seinen Eintöpfen!

Vor dem Bestellen kommt erst einmal das Probieren!

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Persisches Essen als Probierhäppchen

Im Taste of Persia NYC steht Mr. Pourkay auch heute in seiner berühmten roten Chefjacke. Jeden Tag ist er hier, meist schon in den frühen Morgenstunden, denn nicht nur, dass er sich in seinen Küchenzeiten nach dem Pizza Paradise richten muss, persische Eintöpfe werden auch mit Liebe und vor allem viel Zeit gekocht. So dauert es meist gut fünf bis sechs Stunden, bis sich die gewünschte Konsistenz und vor allem der fanatische Geschmack, die unwiderstehliche Mischung aus sauer, scharf und süss eingestellt hat. Dass Mr. Pourkay seinen Laden wirklich mit Liebe betreibt und sein Glück gefunden hat, wird jedem klar, der das Taste of Persia NYC besucht. Nicht nur, dass man mit einem herzlichen und ernst gemeinten Lächeln begrüsst wird, Saeed Pourkay sieht es auch als seine Aufgabe an, jeden neuen Kunden mit persischem Essen und seinen Gerichten vertraut zu machen. Gratis teilt er deshalb kleine Proben seines persischen Essens aus, die er ausführlich erläutert. Schliesslich will er, dass es seinen Gästen auch schmeckt und sie das richtige auswählen. Wie bereits erwähnt gibt es täglich fünf Gerichte, die in grossen Töpfen vor ihm hin schmurgeln. Serviert werden diese mit Basmatireis, viermal von Mr. Pourkay persönlich gewaschen und ebenfalls mit Liebe zur Perfektion gekocht. Mehr gibt es nicht, mehr braucht es aber auch gar nicht, denn all das schmeckt fantastisch.

Die Eintopf-Combo: Perfekt für kalte Tage

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Was für ein persisches Essen gibt es nun so? Bei meinem letzten Besuch waren es neben dem unvermeidlichen Ash-e-Rasteh noch “Kabob Diyiu”, ein Eintopf mit Rinderhackfleisch, “Bdmieh”, eine vegetarisches Okragericht, “Ghaymen”, ein gelber Erbseneintopf mit Rind und getrockneten Limonen, sowie Fesenjan, bestehend aus Walnuss, Huhn und Granatapfel, abgeschmeckt mit einem Schuss Rosenwasser. Wem das nicht schmeckt, dem kann man auch nicht weiterhelfen. Schmecken lässt man es sich am besten in der Combo für gerade 13 US-Dollar, Sie bietet, wonach es einem nun gerade einmal ist.

Von der Einrichtung und dem Ambiente her gibt es sicherlich schönere Läden in New York. Wer aber auf der Suche nach herzhaften, mit Liebe zubereiteten, authentischen persischen Eintöpfen ist, für den gibt es kaum etwas Besseres als das Taste of Persia NYC. Gerade jetzt im Herbst, wenn der Regen und die kalten Winde wieder durch die Strassenschluchten jagen., Was kann es da besseres geben als ein persisches Essen wie das dampfende Ash-e-Rasteh?