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Mission completed: Anthony Myint holt Basque Culinary World Prize

Im Rahmen des Symposiums „Sustainable Thinking“ in San Francisco wurde Anthony Myint, Küchenchef aus der San Francisco Bay-Area und Chef des New Yorker In-Restaurants „Mission Chinese Food“ gestern zum Gewinner des „Basque Culinary World Prize“ 2019 gekürt, einer Auszeichnung für Köche und Köchinnen aus aller Welt, deren Arbeit die Gesellschaft nachhaltig durch eine gastronomische Tätigkeit verändert hat.

Bildquelle: ©Alanna Hale

Myint – ein renommierter Küchenchef, Restaurantbetreiber in New York City und San Francisco, Autor und Lebensmittelberater – wurde ausgewählt, weil er die Gastronomie als Motor für die drängendsten gesellschaftlichen Herausforderungen nutzt: den Klimawandel. Durch die Kombination von Forschung und praktischen Werkzeugen arbeitet Myint mit Restaurants zusammen, um maßgeschneiderte Wege zu finden, um die Umweltbelastung zu verringern.

Durch sein ZeroFoodprint-Projekt und die Perennial Farming Initiative untersucht Myint den Querschnitt zwischen Restaurants und der Umwelt. Er berät Lebensmittelunternehmen hinsichtlich praktikabler Optionen, um ihren CO2-Fußabdruck zu verringern und sogar CO2-neutral zu werden. Er hat Dutzende von Spitzenrestaurants auf der ganzen Welt überzeugt, sich seinem Kreuzzug für Nachhaltigkeit anzuschließen – darunter René Redzepis Noma (Dänemark) und das Benu (San Francisco).

Im Jahr 2019 schloss er sich über die Perennial Farming Initiative mit dem US-Bundesstaat Kalifornien zusammen, um das Restore California-Programm zu starten. Das Programm versorgt Lieferanten und Verbraucher mit transparenten Informationen zum ökologischen Fußabdruck von Restaurants, damit diese fundiertere Entscheidungen treffen können. Alle Restaurants auf der Liste können entweder klimaneutral sein oder die örtlichen Bauern dabei unterstützen, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen.
Ausgestattet mit einem Abschluss in Volkswirtschaftslehre und Asienwissenschaften, hat Myint – neben seiner Frau, der Journalistin Karen Leibowitz -, den Umwelt- und Sozialaktivismus in seine Bemühungen einbezogen, seit Myint seine Gatronomi-Karriere mit Eröffnung der renommierten Gaststätte Mission Street Food im Jahr 2008 begann und  sein Unternehmen schrittweise um Restaurants wie das Mission Chinese Food in der Lower East Side (NYC) erweiterte.

Anthony Myint erhält ein Preisgeld von €100.000, um sich im Rahmen einer von ihm gewählten Initiative oder Einrichtung engagieren zu können, die von der weitreichenden Rolle der Gastronomie in der Gesellschaft zeugt. Im Jahr 2018 ging der Preis an Jock Zonfrillo, der sich 18 Jahre lang der Entdeckung und Bewahrung der uralten Esskultur der indigenen Völker Australiens gewidmet hat, welche von der nationalen kulinarischen Identität weitgehend ausgegrenzt wurde.

Anthony Myint

Zum Gewinn des „Basque Culinary World Prize“ sagt Anthony Myint:

„Ich habe mit dem Kochen begonnen, weil ich glaube, dass Restaurants die Welt verbessern können, und als ich vor sieben Jahren Vater wurde, hat mich dies dazu inspiriert, herauszufinden, was Köche gegen den Klimawandel tun können. Seitdem haben Wissenschaftler bestätigt, dass gesunder Boden und gute Landwirtschaft die globale Erwärmung lösen können. Ich freue mich sehr, dass der Basque Culinary World Prize die Aufmerksamkeit auf die optimistischen Lösungen in der Lebensmittelwelt lenkt, und ich fühle mich unglaublich geehrt, das zu vertreten, was, wie ich hoffe, der Beginn einer viel größeren Bewegung ist. Ich glaube, dass wir alle in der Lebensmittelwelt: Köche, Gäste, Landwirte und politische Entscheidungsträger zusammenkommen können, um ein System für erneuerbare Lebensmittel zu schaffen. Das Restaurant hat die Möglichkeit, den gesamten Kohlenstoff, der sich einst im Boden befand, wiederherzustellen.“

Die 10 Chefköche und -köchinnen der Finalrunde, die für den Preis in Frage kamen, waren Selassie Atadika (Ghana), Mario Castrellón (Panama), Siew-Chinn Chin (Malaysia/ USA), Giovanni Cuocci (Italien), Xanty Elías (Spanien), Virgilio Martínez (Peru); Cristina Martínez (Mexico/USA), Douglas McMaster (Vereinigtes Königreich), Anthony Myint (USA) und Lars Williams (USA/Dänemark).

Joan Roca, Vorsitzender der Preisjury, gratulierte Anthony Myint wie folgt:

„Anstatt zum Problem des Klimawandels beizutragen, kann die Gastronomie Teil der Lösung sein. Anthony Myint sensibilisiert nicht nur, sondern fordert Maßnahmen, indem er konkrete Instrumente für unsere Industrie bereitstellt, um ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern und ein aktiver Teil der gemeinsamen Bemühungen zu sein, die zur Lösung dieses universellen Problems erforderlich sind, und uns dazu aufruft, Teil des Wandels zu sein. Da das Engagement der Gastronomie von entscheidender Bedeutung ist und eine konkrete Wirkung eine skalierbare Zusammenarbeit der Köche auf der ganzen Welt erfordert, haben die Mitglieder der Preisjury ihre Unterstützung zugesagt und ihre Restaurants als Berater in das Projekt ZeroFoodprint aufgenommen. Dazu gehören unter anderem Mugaritz, Celler de Can Roca, Azurmendi, Atelier Crenn, Pujol, Cosme und Narisawa.

Joxe Mari Aizega, Generaldirektor des Basque Culinary Centre, sagt:
„Wir sind stolz darauf, dass der Basque Culinary World Prize mit seiner vierten Ausgabe seine Bedeutung durch eine noch stärkere Beteiligung der gastronomischen Gemeinschaft bestätigt hat. Als ein stetig wachsendes Ereignis weitet er seinen Einfluss weltweit aus. Mit dieser Auszeichnung wollen wir inspirierende Erfahrungsberichte vorstellen, die verdeutlichen, wie Gastronomie ein wirksames Instrument zur Verbesserung unserer Gesellschaft sein kann. Der Gewinner dieses Preises kann nicht nur eine inspirierende Geschichte vorweisen, die wir gerne weitergeben, sondern auch als Beispiel für das Verantwortungsbewusstsein dienen, das ein Küchenchef übernehmen kann.“